BMI-Rechner für Kinder
Der BMI von Kindern und Jugendlichen wird nicht gegen feste Grenzwerte, sondern im Verhältnis zu alters- und geschlechtsspezifischen Normen beurteilt. Dieser Rechner ermittelt aus Größe und Gewicht die BMI-Perzentile und den Z-Score nach Alter anhand der WHO- oder der CDC-Wachstumsreferenz.
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Ergebnisse
Im Alter von 0Mon liegt ein BMI von ... bei etwa ... (Z-Score ...) für ein Kind dieses Alters und Geschlechts.
Der kindliche BMI als alters- und geschlechtsbezogenes Maß
Der Body-Mass-Index (BMI) eines Kindes ist das Verhältnis von Gewicht zu quadrierter Körpergröße, eingeordnet nicht gegen feste Grenzwerte, sondern gegen die Verteilung des BMI bei anderen Kindern gleichen Alters und Geschlechts. Der berechnete Zahlenwert entsteht nach derselben Formel wie beim Erwachsenen; die Bewertung folgt jedoch einer altersabhängigen Referenz.
Der Grund liegt im Wachstum. Beim Erwachsenen-BMI gilt eine feste Tabelle: unter 18,5 ist Untergewicht, 25 bis 30 ist Übergewicht und so weiter. Der gesunde BMI-Bereich eines Kindes verschiebt sich dagegen mit dem Alter. Ein zweijähriges Kind mit einem BMI von 18 ist schlank, ein zwölfjähriges Kind mit demselben Wert liegt etwa im Mittel, und ein Erwachsener mit 18 läge bereits unter der Untergewichtsschwelle der WHO. Dieselbe Zahl bedeutet in drei Altersgruppen drei verschiedene Dinge.
Klinisch wird das gelöst, indem der BMI gegen andere Kinder gleichen Alters und Geschlechts verglichen wird. Nationale und internationale Stellen veröffentlichen Referenzverteilungen ("Wachstumsreferenzen"), die für jedes Alter den medianen BMI und seine Streuung beschreiben. Der Rechner gibt das Ergebnis auf zwei Arten aus:
- Perzentile — der Anteil gleichaltriger Kinder gleichen Geschlechts, deren BMI gleich hoch oder niedriger ist, in Prozent (Median = 50 %).
- Z-Score — wie viele Standardabweichungen dieser BMI vom Median entfernt liegt. Z = 0 ist genau der Median, Z = +2 entspricht etwa der 97,7. Perzentile, Z = −2 etwa der 2,3. Perzentile.
Wachstumsreferenzen: WHO und CDC
Im Rechner lässt sich die Referenz auswählen, denn eine einzige weltweit gültige gibt es nicht:
- WHO — die Wachstumsreferenzen der Weltgesundheitsorganisation (Child Growth Standards für 0–5 Jahre, Growth Reference für 5–19 Jahre). Sie beruhen auf einer internationalen Stichprobe und gelten in den meisten Ländern als Standard, für Kinder unter 2 Jahren überall.
- CDC — die CDC Growth Charts von 2000, aus US-amerikanischen Erhebungsdaten erstellt und der klinische Standard, den US-Kinderärztinnen und -ärzte für 2 bis 20 Jahre verwenden.
Für dasselbe Kind unterscheiden sich beide um einige Perzentilenpunkte: Die WHO stuft tendenziell mehr Kinder als übergewichtig und weniger als untergewichtig ein als das CDC. Maßgeblich ist die Referenz, die auch die zuständige Kinderärztin oder der zuständige Kinderarzt nutzt — CDC in den USA, WHO in den meisten anderen Ländern.
Wie die Berechnung funktioniert
Der BMI selbst wird genauso berechnet wie beim Erwachsenen:
Anschließend wird das Ergebnis mit der LMS-Methode eingeordnet, die die BMI-Verteilung in jedem Alter als schiefe (Box-Cox-transformierte) Verteilung mit drei Parametern modelliert:
- L — Exponent der Box-Cox-Transformation (steuert die Schiefe),
- M — der mediane BMI für dieses Alter und Geschlecht,
- S — der verallgemeinerte Variationskoeffizient.
Der Z-Score lautet:
Die Perzentile wird daraus über die kumulative Verteilungsfunktion der Standardnormalverteilung abgelesen. WHO und CDC veröffentlichen jeweils eigene L-, M- und S-Tabellen; der Rechner liest den Satz, der zur gewählten Referenz passt.
Klassifikation
Die beiden Referenzen ziehen ihre Kategoriegrenzen unterschiedlich — die WHO über den Z-Score, das CDC über die Perzentile:
| Kategorie | WHO (Z-Score) | CDC (Perzentile) |
|---|---|---|
| Starkes Untergewicht | Z ≤ −3 | — |
| Untergewicht | −3 < Z ≤ −2 | < 5. |
| Normalgewicht | −2 < Z ≤ +1 | 5. – 85. |
| Übergewicht | +1 < Z ≤ +2 | 85. – 95. |
| Adipositas | Z > +2 | ≥ 95. |
Das CDC kennt kein eigenes Band "starkes Untergewicht"; alles unterhalb der 5. Perzentile gilt schlicht als Untergewicht.
Interpretation des Ergebnisses
Z-Score und Perzentile im Verhältnis
Die Perzentile ist meist anschaulicher als der Z-Score, beide beschreiben jedoch denselben Befund. Als Faustregel: Z = +1 ≈ 84. Perzentile, Z = +2 ≈ 98., Z = −1 ≈ 16., Z = −2 ≈ 2. Pädiatrische Studien verwenden bevorzugt Z-Scores, weil diese statistisch belastbarer bleiben — sie sind auch oberhalb der 99. und unterhalb der 1. Perzentile interpretierbar, wo die Perzentilenwerte stark stauchen.
Verlauf statt Einzelwert
Im gelben U-Heft wird die BMI-Perzentile bei jeder Vorsorgeuntersuchung (U1 bis U9, J1) eingetragen. Ein einzelner hoher oder niedriger Wert sagt weniger aus als der Verlauf: Ein Kind, das stabil auf der 75. Perzentile liegt, ist gesund. Wechselt es dagegen innerhalb eines Jahres über zwei größere Perzentilenbänder hinweg (etwa von der 50. auf die 90. Perzentile), ist das beachtenswert, selbst wenn der absolute Wert noch im "Normalbereich" liegt.
Auch eine einzelne Messung bei einem Jugendlichen, der den eigenen Wert nachgeschlagen hat, sagt wenig über die Gesundheit aus. Fällt das Ergebnis unerwartet hoch oder niedrig aus, ist die Einordnung durch ein Elternteil, den Schularzt oder die Kinderärztin sinnvoller als ein eigenständiger Schluss.
Anwendung in Schule und Vorsorge
Hierzulande wird die BMI-Perzentile sowohl bei den kinderärztlichen U-Untersuchungen als auch bei der Einschulungsuntersuchung durch den schulärztlichen Dienst des Gesundheitsamts erhoben. Liegt ein Kind oberhalb der 90. Perzentile nach Kromeyer-Hauschild ("Übergewicht") oder oberhalb der 97. ("Adipositas"), folgt in der Regel eine Empfehlung zur weiteren Abklärung — keine Diagnose. Einzelmessungen sind verrauscht: Die Körpergröße schwankt tageszeitlich, und kürzlich eingenommene Mahlzeiten verändern das Gewicht um ein bis zwei Kilogramm.
Grenzen des Rechners
- Es handelt sich um ein Screening, nicht um eine Diagnose. Ein hoher BMI bei einem muskulösen jungen Sportler ist genauso irreführend wie bei einem erwachsenen Bodybuilder. Umgekehrt schließt ein normaler BMI eine Unter- oder Überernährung nicht aus.
- Die Auflösung der Referenzen variiert. Die CDC-Tabellen sind monatlich aufgelöst; die WHO-Referenzen für 0–5 und 5–19 Jahre sind hier in gröberen Abständen tabelliert und werden interpoliert. Behandeln Sie ein grenzwertiges Ergebnis nahe einer Kategoriegrenze als Näherung.
- Die Referenzen decken sich nicht perfekt. WHO und CDC stammen aus unterschiedlichen Populationen, und selbst die WHO-Referenzen für 0–5 und 5–19 zeigen am 5. Geburtstag eine kleine Diskontinuität. Maßgeblich ist die Referenz, an der das jeweilige Versorgungssystem ausgerichtet ist. Klinisch sind hierzulande nicht die WHO-Werte ausschlaggebend, sondern die Referenzwerte nach Kromeyer-Hauschild der Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter (AGA), gestützt durch die KiGGS-Studie des Robert Koch-Instituts (RKI).
- Einzelpunkt versus Verlauf. Die pädiatrische Gewichtsbeurteilung ist im Kern eine Verlaufsbeurteilung. Ein einzelner Wert ist informativ; eine Reihe über Jahre ist das eigentliche klinische Signal — genau dafür ist das U-Heft gedacht.
Bei jeder Sorge um die Entwicklung eines Kindes oder Jugendlichen besprechen Sie bitte den Verlauf — nicht nur einen einzelnen BMI-Wert — mit der zuständigen Kinderärztin, dem zuständigen Kinderarzt oder dem schulärztlichen Dienst.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Warum eine Perzentile statt einer festen BMI-Grenze?
Kinder wachsen, und der mediane BMI verändert sich im Altersverlauf erheblich. Ein BMI von 17 ist für ein sechsjähriges Kind hoch (etwa die 90. Perzentile), für eine 14-Jährige aber niedrig (etwa die 25. Perzentile). Nur der Vergleich mit Gleichaltrigen gleichen Geschlechts zeigt, ob ein Wert typisch oder auffällig ist.
Wie hängen Z-Score und Perzentile zusammen?
Grob gilt: Z = 0 entspricht der 50. Perzentile, Z = +1 etwa der 84., Z = +2 etwa der 98., Z = −1 etwa der 16. und Z = −2 etwa der 2. Perzentile.
Z-Scores bleiben auch an den Extremen (über der 99. oder unter der 1. Perzentile) aussagekräftig, wo sich die Perzentilenwerte stark stauchen — deshalb werden sie in der klinischen Forschung bevorzugt. Die CDC-Gewichtskategorien sind über Perzentilen festgelegt (5., 85., 95.), die WHO-Kategorien über Z-Scores.
Warum weicht die Perzentile beim Kinderarzt von diesem Ergebnis ab?
Verschiedene Stellen verwenden unterschiedliche Referenzpopulationen. Dieser Rechner lässt Sie zwischen WHO (international) und CDC (US-Standard) wählen; eine US-Kinderärztin nutzt in der Regel das CDC, während die WHO im übrigen Ausland und für Kinder unter 2 Jahren verbreitet ist.
Beide ergeben für dasselbe Kind leicht abweichende Perzentilen — die WHO stuft tendenziell mehr Kinder als übergewichtig und weniger als untergewichtig ein als das CDC. Für klinische Entscheidungen folgen Sie der Kurve, die Ihre Kinderärztin oder Ihr Kinderarzt verwendet; im U-Heft ist das hierzulande meist die Kromeyer-Hauschild-Referenz.
Der BMI-Wert ist hoch — sollte man sich Sorgen machen?
Ein einzelner hoher Wert hat begrenzte Aussagekraft; entscheidend ist der Verlauf über mehrere Vorsorgeuntersuchungen. Die pädiatrische Gewichtsbeurteilung stützt sich auf den Trend, nicht auf den Einzelwert. Der Wechsel über zwei größere Perzentilenbänder hinweg (z. B. von der 50. auf die 90. Perzentile) innerhalb eines Jahres ist relevanter als ein einmalig hoher Messwert.
Besprechen Sie deshalb den Verlauf — am besten anhand des U-Hefts — mit Ihrer Kinderärztin oder Ihrem Kinderarzt. Auch wenn ein Jugendlicher den eigenen BMI nachgeschlagen hat, ist ein einzelner hoher Wert noch kein Befund; sinnvoll ist dann das Gespräch mit einem Elternteil, dem Schularzt oder dem Kinderarzt.
Disclaimer
Dies ist ein Screening-Werkzeug und keine medizinische Diagnose. Der BMI im Kindesalter unterscheidet nicht zwischen Muskel- und Fettmasse, und ein Einzelwert ist für die Beurteilung eines einzelnen Kindes unzuverlässig.
Der gesamte Wachstumsverlauf sollte mit einer Kinderärztin, einem Kinderarzt oder dem Schularzt besprochen werden, unter Verwendung der landesüblichen nationalen Referenz — klinisch maßgeblich ist hierzulande in der Regel Kromeyer-Hauschild gemäß AGA-Leitlinie.
Weitere Empfehlungen
Referenzen: WHO Child Growth Standards (0–5 Jahre) und WHO Growth Reference 5–19; CDC 2000 Growth Charts (2–20 Jahre). Dieser Rechner ist ein Screening-Werkzeug — klinische Entscheidungen sollten auf den vollständigen Originaltabellen beruhen und den gesamten Wachstumsverlauf berücksichtigen, nicht einen Einzelwert. Im deutschen klinischen Alltag werden zusätzlich die Referenzwerte nach Kromeyer-Hauschild (AGA, RKI/KiGGS-Studie) herangezogen.