Magermasse-Rechner
Schätzen Sie Ihre Magermasse – das Gewicht aller Körperbestandteile ohne Fett – mithilfe der drei klassischen Formeln nach Boer, James und Hume.
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Ihre geschätzte Magermasse beträgt ... (Mittelwert aus drei Formeln), mit einem Fettanteil von etwa ....
Magermasse
Die Magermasse (Lean Body Mass, LBM) ist das Gewicht aller Körperbestandteile mit Ausnahme des Fettgewebes: Muskeln, Knochen, Organe, Blut, Haut und Wasser. Sie wird üblicherweise in Kilogramm angegeben und ergibt zusammen mit der Fettmasse das Gesamtkörpergewicht.
Dieser Rechner schätzt die Magermasse nach drei klassischen Formeln — Boer (1984), James (1976) und Hume (1966) — und gibt deren Durchschnitt als zentralen Schätzwert aus.
Warum die Magermasse aussagekräftiger ist als das Gewicht
Das Körpergewicht allein beschreibt die Körperzusammensetzung nicht vollständig. Ein Kilogramm Muskelmasse und ein Kilogramm Fett wiegen gleich viel, unterscheiden sich aber in Dichte und Stoffwechselaktivität: Muskel- und Organgewebe ist metabolisch aktiv, Fettgewebe dagegen nur in geringem Maß. Zwei Personen mit identischem Gewicht und identischer Körpergröße können daher eine deutlich unterschiedliche Magermasse haben.
Eine direkte Messung der Körperzusammensetzung erfordert Verfahren wie Hydrodensiometrie (Unterwasserwägung), Bioimpedanzanalyse oder DEXA-Absorptiometrie. Da diese im Alltag selten verfügbar sind, schätzen Regressionsformeln die Magermasse aus den leicht messbaren Größen Gewicht, Körpergröße und biologischem Geschlecht.
Die Formeln im Überblick
Alle drei Formeln verwenden das Körpergewicht (in kg) und die Körpergröße (in cm) sowie das biologische Geschlecht.
Boer (1984)
LBMMann=0,407×W+0,267×H−19,2 LBMFrau=0,252×W+0,473×H−48,3James (1976)
LBMMann=1,1×W−128×(HW)2 LBMFrau=1,07×W−148×(HW)2Hume (1966)
LBMMann=0,3281×W+0,3393×H−29,5336 LBMFrau=0,2296×W+0,3213×H−18,4Rechenbeispiel
Für einen Mann mit 80 kg Gewicht und 180 cm Körpergröße liefert die Boer-Formel:
LBM=0,407×80+0,267×180−19,2=61,4 kgDie James-Formel ergibt etwa 62,7 kg, die Hume-Formel etwa 57,8 kg. Der Durchschnitt der drei Werte liegt bei rund 60,6 kg; die geschätzte Fettmasse beträgt damit etwa 19,4 kg, was einem Körperfettanteil von ungefähr 24 % entspricht. Die Spannweite von rund 5 kg zwischen den Formeln spiegelt die normale Schätzunsicherheit wider.
Unterschiede zwischen den drei Formeln
| Formel | Besonderheit |
|---|---|
| Boer (1984) | Basiert auf Hydrodensiometrie, breite klinische Anwendung |
| James (1976) | Quadratische Korrektur reduziert Überschätzung bei Adipositas |
| Hume (1966) | Älteste Formel, aus Ganzkörperwasser-Messung abgeleitet |
Jede Formel wurde aus einem anderen Datensatz und einer anderen Ära abgeleitet. Boer nutzte Hydrodensiometrie an einer großen klinischen Population, James fügte einen quadratischen Term zur Korrektur der Überschätzung bei schwereren Personen hinzu, und Hume verwendete die Gesamtkörperwasserverdünnung. Für allgemeine Zwecke genügt der Durchschnitt der drei Werte; in medizinischen Kontexten richtet sich die Wahl nach Indikation und Patientengruppe.
Grenzen der Schätzung
Alle drei Formeln wurden an bestimmten Bevölkerungsgruppen kalibriert und haben bekannte Schwächen:
- Sehr muskulöse Personen (Bodybuilder, Kraftsportler): Die Formeln unterschätzen die Magermasse tendenziell, da sie für eine Normalbevölkerung entwickelt wurden.
- Stark adipöse Personen: Selbst die James-Formel mit ihrer quadratischen Korrektur verliert bei einem BMI deutlich über 40 an Präzision.
- Ältere Menschen: Sarkopenie (Muskelabbau im Alter) lässt sich aus Gewicht und Körpergröße allein nicht erfassen.
Wenn klinisch exakte Körperzusammensetzungsdaten erforderlich sind, bleibt die DEXA-Absorptiometrie der Referenzstandard.
Anwendung
In der Medikamentendosierung werden bestimmte Arzneimittel — darunter Antibiotika, Anästhetika und einige Chemotherapeutika — nach Kilogramm Magermasse statt nach Gesamtkörpergewicht dosiert, da Fettgewebe das Verteilungsvolumen solcher Wirkstoffe kaum beeinflusst. Bei adipösen Patienten würde eine Dosierung nach Gesamtgewicht zu Überdosierungen führen. Die Boer-Formel findet hier in der Anästhesiologie und Intensivmedizin breite Verwendung, die James-Formel wird in der Nephrologie zur Dosisanpassung bei Niereninsuffizienz bevorzugt.
Im Fitness- und Körperkompositions-Tracking ergänzt die Magermasse das Gewicht als Verlaufsgröße. Ein unverändertes Körpergewicht kann eine gleichzeitige Zunahme an Muskelmasse und Abnahme an Fett verbergen — eine Veränderung, die auf der Waage nicht sichtbar wird.
Bei der Grundumsatzberechnung ist die Magermasse die entscheidende Bezugsgröße, da metabolisch aktives Gewebe den Energieverbrauch in Ruhe bestimmt. Formeln wie Katch-McArdle berechnen den Grundumsatz direkt aus der Magermasse und liefern bei bekannter Körperzusammensetzung genauere Ergebnisse als Formeln, die nur Gewicht und Größe verwenden.
In der Ernährungsplanung werden Proteinempfehlungen häufig in Gramm pro Kilogramm Magermasse angegeben (typisch: 1,6–2,2 g/kg) statt pro Kilogramm Gesamtgewicht, da eine Gesamtgewicht-Basis den Bedarf bei hohem Körperfettanteil systematisch überschätzt.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist die Magermasse?
Die Magermasse (Lean Body Mass, LBM) ist das Gesamtgewicht aller Körperbestandteile ohne Fett: Muskeln, Knochen, Organe, Blut, Haut und Wasser. Sie wird gelegentlich mit der fettfreien Masse (FFM) verwechselt, aber die LBM schließt technisch gesehen das essentielle Fett im Knochenmark und in den Organen ein. In der Praxis werden die Begriffe meist synonym verwendet.
Warum gibt es drei verschiedene Formeln?
Jede Formel wurde aus einem anderen Datensatz und einer anderen Ära abgeleitet. Boer (1984) verwendete Hydrodensiometrie an einer großen klinischen Population; James (1976) fügte einen quadratischen Term hinzu, um die Überschätzung bei schwereren Personen zu korrigieren; Hume (1966) nutzte die Gesamtkörperwasserverdünnung. Die Formeln stimmen in der Regel innerhalb von 2–4 kg überein – die Streuung spiegelt normale Schätzunsicherheit wider.
Was ist der Unterschied zwischen Magermasse und fettfreier Masse?
Die fettfreie Masse (FFM) ist das Körpergewicht bei absolutem Fettgehalt von null, während die Magermasse das essentielle Fett im Zentralnervensystem und Knochenmark einschließt. Der Unterschied ist gering, und die Begriffe werden in den meisten klinischen und sportlichen Kontexten gleichbedeutend verwendet.
Wofür wird die Magermasse verwendet?
Wichtige Anwendungsgebiete: (1) Medikamentendosierung – bestimmte Arzneimittel werden pro kg LBM dosiert, um Über- oder Unterdosierungen bei adipösen Patienten zu vermeiden; (2) Fitnesstracking – separate Überwachung von Muskelaufbau und Fettabbau; (3) Grundumsatzschätzung – der Grundumsatz lässt sich aus der LBM genauer vorhersagen als aus dem Gesamtgewicht; (4) Ernährungsplanung – Proteinziele werden häufig in g pro kg LBM angegeben.
Disclaimer
Diese Formeln liefern Durchschnittswerte für die Bevölkerung und können bei sehr schlanken oder stark übergewichtigen Personen, Sportlern und älteren Menschen ungenauer sein. Für präzise Körperzusammensetzungsdaten empfiehlt sich ein DEXA-Scan.
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