Radsport-Leistungszonen-Rechner
Berechnet W/kg und die sieben Coggan-Leistungszonen aus FTP und Körpergewicht. FTP kann direkt eingegeben, aus einem 20-Minuten-Test abgeleitet oder anhand des Leistungsstands geschätzt werden – ein Powermeter ist nicht zwingend erforderlich.
Eingaben
Kein Powermeter? Wechsle oben die Methode auf 20-Minuten-Test oder Leistungsstand-Schätzung. Den Wert kannst du später jederzeit präzisieren, sobald du eine echte Messung hast.
Ergebnisse
FTP ... ergibt ein Leistungs-Gewichts-Verhältnis von .... Die Zonentabelle unten zeigt die konkreten Wattwerte für alle sieben Trainingsintensitätsbereiche.
| Zone | % FTP (unten) | % FTP (oben) | Watt (unten) | Watt (oben) |
|---|---|---|---|---|
Leistungszonen im Radsport
Leistungszonen sind Wattkorridor-Bereiche, die aus der Funktionellen Schwellenleistung (FTP) abgeleitet werden und jeder Trainingseinheit eine physiologisch definierte Intensität zuweisen. Das von Andrew Coggan Ende der 1990er Jahre entwickelte Sieben-Zonen-System weist jeder Zone einen präzisen Prozentbereich der FTP zu: Grundlagenfahrten bauen die aerobe Basis auf, Tempoarbeit erhöht die Laktatschwelle, Intervalle steigern die VO2max. Dieser Rechner berechnet den W/kg-Wert aus FTP und Körpergewicht und zeigt die konkreten Wattwerte aller sieben Coggan-Zonen in einer Tabelle.
Berechnung
Vom FTP zum W/kg
W/kg ist der einfachste Leistungsindex im Radsport:
Der Wert ist besonders aussagekräftig am Berg, wo Schwerkraft die entscheidende Variable ist. Ein Fahrer mit 65 kg und 260 W Funktioneller Schwellenleistung kommt auf 4,0 W/kg und fährt einen 80-kg-Fahrer mit 280 W (3,5 W/kg) bergauf problemlos davon.
Die sieben Coggan-Zonen im Überblick
| Zone | Bezeichnung | % FTP | Physiologischer Schwerpunkt |
|---|---|---|---|
| Z1 | Aktive Erholung | < 55 % | Durchblutung, Regeneration |
| Z2 | Grundlage | 55–74 % | Fettverbrennung, aerobe Basis |
| Z3 | Tempo | 75–89 % | Laktatpufferung, „Sweet Spot" |
| Z4 | Schwelle | 90–104 % | FTP-Verbesserung, Laktatschwelle |
| Z5 | VO2max | 105–119 % | Maximale Sauerstoffaufnahme |
| Z6 | Anaerobe Kapazität | 120–149 % | Anaerobe Leistung, Intervallhärte |
| Z7 | Neuromuskuläre Kraft | ≥ 150 % | Sprint, explosive Antrittsleistung |
FTP bestimmen
Die FTP lässt sich entweder durch direkte Messung oder durch Schätzung bestimmen. Der passende Weg hängt von der verfügbaren Ausrüstung ab.
1. Powermeter draußen
Ein pedalbasiertes (Garmin Rally, Favero Assioma), kurbelbasiertes (Stages, 4iiii, Shimano) oder nabenbasiertes (PowerTap) Messgerät zeigt die tatsächliche Leistung direkt in Watt an. Beidseitige Modelle liefern zusätzlich Links-/Rechts-Balance und Tretmuster. Einseitige Modelle gibt es ab etwa 400 €, beidseitige liegen bei 800–1 800 €.
2. Smarttrainer drinnen
Direktantriebsrollen wie Wahoo Kickr, Tacx Neo, Saris H3 oder Elite Suito ersetzen das Hinterrad und liefern stabile, windunabhängige Werte. Ideal für 20-Minuten- oder Rampentests.
3. Zwift / TrainerRoad / Strava
Zwift und TrainerRoad enthalten geführte Rampentests, die die Funktionelle Schwellenleistung automatisch berechnen. Strava zeigt mit Premium-Abo und vorhandenen Leistungsdaten eine geschätzte Funktionelle Schwellenleistung aus deinen Aktivitäten.
4. 20-Minuten-Feldtest (Messung)
Wenn du Powermeter oder Smarttrainer hast, ist das der zuverlässigste Selbsttest. Nach 15–20 Minuten Aufwärmen 20 Minuten alles geben — flach, am Anstieg oder am Trainer — und die Durchschnittsleistung notieren. Funktionelle Schwellenleistung = Durchschnittsleistung × 0,95. Die „20-Minuten-Test”-Eingabe oben automatisiert diese Rechnung.
5. Ganz ohne Gerät: Schätzung über das Niveau
Ohne Powermeter und ohne Smarttrainer kannst du die Option „Aus meinem Leistungsstand schätzen” nutzen: das typische W/kg deiner Stufe (untrainiert 1,25; Freizeitfitness 2,25; trainierter Amateur 3,5; Kat. 3/2-Fahrer 4,5; Elite 6,0) wird mit deinem Gewicht multipliziert und liefert eine erste Funktionelle Schwellenleistung. Als Startwert genügt das — sobald du Zugang zu einem Gerät hast, kalibriere mit einem echten Test nach.
Praxisszenarien
1. Grundlagenausdauer aufbauen (Fokus Z2)
Viele Coaches empfehlen, 60–80 % des wöchentlichen Trainingsvolumens in Zone 2 zu absolvieren. Z2 fühlt sich „etwas anstrengend, aber lange machbar" an. Über ein bis zwei Stunden am Stück verbessert diese Intensität die Fettstoffwechseleffizienz und fördert die Kapillarisierung der Muskulatur. Ohne Powermeter driftet man leicht in Z3 – ein Leistungsmesser hält die Intensität objektiv kontrollierbar.
2. Laktatschwellenarbeit (Z4-Intervalle)
Um die Funktionelle Schwellenleistung direkt zu verbessern, sind Zone-4-Einheiten das wirksamste Mittel. Ein klassisches Workout: 2 × 20 Minuten bei 88–95 % Funktioneller Schwellenleistung mit 5 Minuten Pause. Bei zwei bis drei solcher Einheiten pro Woche über 8–12 Wochen sind Verbesserungen der Funktionellen Schwellenleistung von 5–10 % auch bei trainierten Fahrern realistisch.
3. VO2max-Intervalle (Z5)
Intervalle von 4–8 Minuten bei 105–120 % Funktioneller Schwellenleistung, drei bis fünf Wiederholungen, steigern die maximale Sauerstoffaufnahme am effektivsten. Diese Einheiten sind anspruchsvoll und sollten nicht öfter als zweimal pro Woche trainiert werden. Die Erholungspause sollte ähnlich lang sein wie das Arbeitsintervall.
4. W/kg und Bergfahrtleistung verbessern
W/kg lässt sich auf zwei Wegen verbessern: Funktionelle Schwellenleistung erhöhen und/oder Körpergewicht senken. Der aerobe Aufbau in der Vorsaison (viel Z2) schafft das Fundament; die Intensitätsphase vor Rennen (Z4–Z5) schärft die Form. Beim Körpergewicht ist eine maßvolle, langfristige Ernährungsstrategie nachhaltiger als schnelle Gewichtsreduktion.
Einschränkungen
- Funktionelle Schwellenleistung regelmäßig neu testen. Nach jedem Trainingsblock (8–12 Wochen) kann sich die Funktionelle Schwellenleistung verändert haben – die Zonentabelle muss entsprechend aktualisiert werden.
- Leistungsdaten und Körpergefühl kombinieren. Bei Erschöpfung oder Hitze kann sich ein Watt wie zwei anfühlen. Powerwerte und subjektive Belastung ergänzen sich.
- W/kg ist nicht alles. Sprint, Technik und Taktik entscheiden ebenfalls über den Rennausgang. Der Fokus auf W/kg allein greift zu kurz.
- Balance zwischen den Zonen halten. Wer nur Z2 fährt, verliert die Fähigkeit, hohe Intensitäten zu tolerieren. Wer zu viel Z4–Z5 trainiert, häuft Ermüdung an. Ein ausgewogener Mix ist der Schlüssel zur langfristigen Entwicklung.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist FTP im Radsport?
FTP (Functional Threshold Power) ist die höchste durchschnittliche Leistungsabgabe in Watt, die ein Radfahrer etwa eine Stunde lang ohne Ermüdung aufrechterhalten kann. Sie dient als Referenzpunkt für alle sieben Coggan-Leistungszonen. Eine höhere FTP bedeutet, dass du schneller und länger fahren kannst. Bei Einsteigern verbessert sich die FTP typischerweise um 5–15 % pro Trainingsblock; bei Elitefahrern sind die jährlichen Zuwächse von einer höheren Basis aus geringer.
Wie teste ich meine FTP?
Der Standard-Feldtest: Nach gründlichem Aufwärmen 20 Minuten auf einem flachen Abschnitt oder einer Steigung mit maximalem Einsatz fahren. Durchschnittsleistung notieren und mit 0,95 multiplizieren, um die FTP zu schätzen (der Abschlag von 5 % korrigiert den Unterschied zwischen 20-Minuten- und 60-Minuten-Maximalleistung). Rampen-Tests (in 1-Minuten-Schritten steigend bis zur Erschöpfung) sind kürzer und werden von Trainings-Apps zunehmend eingesetzt; sie korrelieren für die meisten Fahrer gut mit der im Labor gemessenen FTP.
Ich habe kein Powermeter – kann ich den Rechner trotzdem nutzen?
Ja. Wähle „Aus meinem Leistungsstand schätzen“ und kreuze die Stufe an, die am besten zu dir passt; der Rechner multipliziert das typische W/kg dieser Stufe mit deinem Körpergewicht und liefert eine vernünftige Anfangs-FTP. Alternativen: einen Smarttrainer für einen einzelnen Rampentest mieten, ein Spinningrad mit Wattanzeige im Fitnessstudio nutzen, vorhandene Zwift-/TrainerRoad-Aufzeichnungen auswerten oder in einem Radverein nach den dort üblichen FTP-Tests auf kalibrierten Rollen fragen. Sobald du eine echte Messung hast, stelle die Methode zurück auf „Ich kenne meine FTP“ und gib den Wert ein.
Was ist ein guter W/kg-Wert für Radfahrer?
Grobe Richtwerte: Untrainiert 1–1,5 W/kg; Freizeitfitness 2–2,5 W/kg; Trainierter Amateur 3–4 W/kg; Kategorie 3/2-Fahrer 4–5 W/kg; Elite/Profis 5,5–6,5 W/kg. Diese Werte beziehen sich auf FTP-basiertes W/kg. Bei kurzen, steilen Anstiegen ist zusätzlich die 5-Minuten-Spitzenleistung (oft 10–15 % über FTP) entscheidend.
Soll ich nach Leistungszonen oder Herzfrequenzzonen trainieren?
Leistungszonen reagieren auf Belastungsveränderungen und werden nicht durch Hitze, Ermüdung, Koffein oder Gemütszustand beeinflusst – was sie für Intervalltraining präziser macht. Herzfrequenzzonen spiegeln die physiologische Belastung wider, hinken aber 30–60 Sekunden nach und steigen bei langen Belastungen an. Die meisten strukturierten Trainingspläne nutzen Leistung für Intervalle (wo sofortige Präzision zählt) und Herzfrequenz für lange Ausdauerfahrten (wo nachhaltiger Einsatz das Ziel ist). Beides kombiniert liefert das vollständigste Bild.
Disclaimer
Leistungszonen sind Trainingsrichtlinien und keine medizinischen Verschreibungen. Fahrer mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollten vor Hochintensitätstraining einen Arzt konsultieren. Die aus Feldtests geschätzte FTP hat einen typischen Fehler von ±5 % gegenüber Labormessungen; Schätzungen nach Leistungsstand sind noch gröber – kalibriere bei nächster Gelegenheit mit einem echten Test nach.
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