Rentenrechner – Entnahme aus Einmalanlage
Berechnen Sie, wie viel Sie regelmäßig aus einer Einmalanlage entnehmen können, bis das Kapital aufgebraucht ist. Kapitalverrentung, Entnahmeplan und Rentenformel verständlich erklärt.
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Formel: `PMT = PV × KWF`, wobei `KWF = i·(1+i)^n / ((1+i)^n − 1)`, `i = r / f` (Periodenzinssatz) und `n = Jahre × f` (Gesamtperioden). Bei `r = 0` vereinfacht sich die Formel zu `PMT = PV / n` (gleichmäßige Aufteilung).
Was ist ein Entnahmeplan?
Ein Entnahmeplan wandelt eine vorhandene Einmalanlage in eine Reihe gleichbleibender Auszahlungen um, die das Kapital über eine festgelegte Laufzeit vollständig aufbraucht. Aus einem heute verfügbaren Barwert – etwa einer Kapitalabfindung aus der betrieblichen Altersvorsorge, einem ausgezahlten Fondssparplan oder einem Erbe – ergibt sich der höchste gleichbleibende Betrag, bei dem das Restkapital am Ende der Laufzeit exakt null ergibt. Das verbleibende, noch nicht ausgezahlte Kapital erzielt während der Entnahmephase weiterhin Zinsen, sodass die Auszahlung höher ausfällt als eine schlichte Aufteilung des Kapitals auf die einzelnen Perioden.
Entnahmeplan und Annuitätendarlehen
Der Entnahmeplan beruht auf derselben Formel wie ein Annuitätendarlehen, das jeder Kreditrechner verwendet. Es unterscheidet sich allein der Blickwinkel:
| Annuitätendarlehen | Entnahmeplan | |
|---|---|---|
| Geldfluss | Kreditnehmer zahlt an Gläubiger | Fonds zahlt an Anleger |
| Saldobewegung | Schuld sinkt auf null | Kapital sinkt auf null |
| Formel | PMT = PV × KWF | PMT = PV × KWF |
Verlangt eine Bank für ein Darlehen über 200.000 € bei 3 % und 25 Jahren eine monatliche Rate von 948 €, so ergibt sich aus demselben Kapital zu denselben Konditionen exakt derselbe Betrag als monatliche Entnahme.
Die Formel: Kapitalwiedergewinnungsfaktor
Der Rechner basiert auf dem Kapitalwiedergewinnungsfaktor (KWF):
KWF=(1+i)n−1i(1+i)nDabei ist der Periodenzinssatz (, also Jahreszins geteilt durch Auszahlungen pro Jahr) und die Gesamtzahl der Perioden (). Die monatliche oder jährliche Auszahlung ergibt sich dann aus:
PMT=PV×KWFDas noch nicht ausgezahlte Restkapital erzielt weiterhin Zinsen und erhöht damit jeden Auszahlungsbetrag. Der KWF ist stets größer als (gleichmäßige Aufteilung ohne Zinsen) – die Differenz entspricht diesem Zinsanteil. Je höher der Zinssatz und je länger die Laufzeit, desto größer fällt der Abstand zur zinslosen Variante aus.
Sonderfall Zinssatz null
Ist der Jahreszins exakt 0 %, wird der Nenner , und die Formel liefert eine Division durch null. Der mathematisch korrekte Grenzwert ist die gleichmäßige Aufteilung:
PMT=nPVbei r=0Das entspricht einer schlichten Gleichverteilung ohne Zinserträge. Der Rechner erkennt diesen Fall automatisch.
Rechenbeispiel
Ein Kapital von 200.000 € bei Renteneintritt, eine erwartete Rendite von 3,0 % p. a. (konservatives Mischportfolio) und eine monatliche Auszahlung über 25 Jahre führen zu folgender Rechnung:
-
$i = 0{,}030 / 12 = 0{,}0025$ (monatlicher Zinssatz)
-
(Gesamtperioden)
-
-
-
200.000 € bei 3 % Zinsen und 25 Jahren Laufzeit ergeben also rund 948 € monatlich. Ohne Zinsen wären es nur 667 € (200.000 / 300). Der Unterschied von 281 € pro Monat stammt ausschließlich aus dem laufenden Zinsertrag des Restkapitals.
Einfluss des Zinssatzes auf die nachhaltige Entnahme
Bei einem Kapital von 200.000 €, einer Laufzeit von 20 Jahren und monatlicher Auszahlung verändert sich die Entnahme mit dem Zinssatz wie folgt:
| Jahreszins | Monatliche Entnahme | Gesamtauszahlung | Zinserträge |
|---|---|---|---|
| 0 % | 833 € | 200.000 € | 0 € |
| 2 % | 1.012 € | 242.880 € | 42.880 € |
| 4 % | 1.212 € | 290.880 € | 90.880 € |
| 6 % | 1.433 € | 343.920 € | 143.920 € |
| 8 % | 1.673 € | 401.520 € | 201.520 € |
Mit steigendem Zinssatz wächst nicht nur die monatliche Entnahme – die Zinserträge erhöhen die Gesamtauszahlung deutlich über das ursprüngliche Kapital hinaus.
Entnahmeplan und Ansparplan
Ein Ansparplan beantwortet die umgekehrte Frage: Wie viel muss regelmäßig eingezahlt werden, um ein Zielvermögen zu erreichen? Dabei fließt Geld herein, nicht heraus. Die Formeln ähneln sich, sind aber nicht identisch, weil ein Zielwert in der Zukunft statt ein Anfangswert heute maßgeblich ist. Für die Ansparphase eignet sich der Sparplan- oder Zinseszinsrechner; das daraus ermittelte Zielvermögen lässt sich anschließend als Barwert in diesen Rechner übernehmen, um die resultierende Entnahme zu bestimmen.
Grenzen des Modells
Der Rechner unterstellt einen konstanten Zinssatz und gleichbleibende Auszahlungen. Mehrere reale Effekte bleiben unberücksichtigt:
- Inflation. 948 € monatlich haben in Jahr 25 eine geringere Kaufkraft als heute. Wer den Realwert erhalten möchte, kann einen Inflationsaufschlag im Zinssatz berücksichtigen oder den Entnahmebetrag schrittweise erhöhen.
- Schwankende Renditen. Die Formel unterstellt einen konstanten Zinssatz, reale Portfolios schwanken. Ein schwacher Renditeverlauf zu Beginn der Entnahmephase (Sequence-of-Returns-Risiko) kann das Kapital früher aufzehren, als der Durchschnitt vermuten lässt.
- Steuern. Kapitalerträge unterliegen der Abgeltungsteuer (25 % zzgl. Solidaritätszuschlag). Der effektive Nettobetrag je Auszahlung kann daher geringer ausfallen.
- Kosten. Verwaltungsgebühren und laufende Kosten mindern die Nettorendite. Bei 5 % Bruttorendite und 1 % Kosten sind im Rechner 4 % einzutragen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist der Kapitalwiedergewinnungsfaktor?
Der Kapitalwiedergewinnungsfaktor (KWF) gibt an, welcher Anteil des Barwerts in jeder Periode entnommen werden kann, um das Kapital bis zum Laufzeitende exakt aufzubrauchen. Er ergibt sich aus KWF = i·(1+i)^n / ((1+i)^n − 1), wobei i der Periodenzinssatz und n die Gesamtzahl der Perioden ist.
Multipliziert mit dem eingesetzten Kapital liefert der Faktor den Auszahlungsbetrag. Der KWF ist stets größer als 1/n – die Differenz entspricht dem Zinsgewinn aus dem noch nicht ausgezahlten Restkapital.
Wie viel kann ich monatlich aus meinem Kapital entnehmen?
Tragen Sie Ihr Gesamtkapital als Barwert ein, geben Sie den erwarteten Jahreszinssatz an, legen Sie die gewünschte Laufzeit fest und wählen Sie „Monatlich" als Auszahlungsfrequenz. Der Rechner liefert den genauen monatlichen Betrag, bei dem das Kapital am Ende der Laufzeit auf null fällt. Beispiel: 200.000 € bei 3,5 % Zinsen über 25 Jahre ergeben rund 1.001 € pro Monat.
Unterscheidet sich die Rentenformel von der Annuitätenformel beim Kredit?
Mathematisch sind beide identisch – es gilt in beiden Fällen PMT = PV × KWF. Der Unterschied liegt allein in der Perspektive: Beim Kredit zahlt der Kreditnehmer an den Gläubiger, bis die Schuld null ist; beim Entnahmeplan zahlt der Fonds an den Anleger, bis das Kapital null ist. Gleiches Kapital, gleicher Zins, gleiche Laufzeit – identischer Betrag je Periode.
Was passiert, wenn der Zinssatz null ist?
Bei einem Zinssatz von 0 % wird der Nenner der KWF-Formel null, was zu einer Division durch null führt. Der mathematisch korrekte Grenzwert ist PMT = PV / n – das Kapital wird gleichmäßig auf alle Perioden aufgeteilt. Es fallen keine Zinsen an, die Auszahlung ist daher niedriger als bei jedem positiven Zinssatz. Der Rechner behandelt diesen Sonderfall automatisch.
Disclaimer
Dieser Rechner geht von einem konstanten Nominalzinssatz und gleichbleibenden Auszahlungen aus. Tatsächliche Kapitalerträge können schwanken. Inflation, Steuern (z. B. Abgeltungsteuer) und Verwaltungskosten sind nicht berücksichtigt.
Der Rechner dient ausschließlich der unverbindlichen Orientierung und stellt keine Anlage- oder Steuerberatung im Sinne des Kreditwesengesetzes oder der Abgabenordnung dar. Für eine individuelle Ruhestandsplanung empfehlen wir die Beratung durch einen zugelassenen Finanzberater oder Steuerberater.
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