Notgroschen-Rechner
Berechnen Sie, wie viel Geld Sie als Notgroschen zurücklegen sollten, und wie lange Sie bei Ihrem aktuellen Spartempo brauchen, um dieses Ziel zu erreichen.
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Die Standardempfehlung lautet 3–6 Monate Grundausgaben. Drei Monate genügen bei stabilem, sicherem Einkommen und wenigen Unterhaltsverpflichtungen. Sechs Monate sind besser bei variablem Einkommen, Selbstständigkeit oder wenn Sie alleiniger Verdiener sind.
Der Notgroschen gehört auf ein liquides, risikoarmes Konto — ein Tagesgeldkonto oder ein Geldmarktfonds. Aktien oder langfristige Anleihen sind ungeeignet, denn im Ernstfall brauchen Sie sofortigen Zugriff ohne das Risiko von Kursverlusten.
Was ist ein Notgroschen?
Ein Notgroschen ist eine liquide Geldreserve, die laufende Ausgaben über einen festgelegten Zeitraum decken kann, ohne dass dafür Anlagen verkauft oder Kredite aufgenommen werden müssen. Üblich ist eine Bemessung in Monaten der eigenen Grundausgaben — die verbreitete Empfehlung von 3 bis 6 Monaten beschreibt, wie lange die Reserve einen Einkommensausfall überbrücken soll.
Bemessung des Notgroschens
Die Höhe des Notgroschens ergibt sich aus zwei Größen: den monatlichen Grundausgaben und der Anzahl der Monate, die abgesichert werden sollen. Die Grundausgaben sind dabei eng definiert — gemeint sind ausschließlich die unvermeidbaren Fixkosten: Miete oder Kreditrate, Strom, Gas und Wasser, Lebensmittel, Versicherungsprämien, Kfz-Kosten und Mindest-Ratenzahlungen. Nicht gemeint sind Restaurantbesuche, Streaming-Abonnements oder Urlaubsersparnisse, da diese im Ernstfall vorübergehend entfallen können.
Die Zahl von 3 bis 6 Monaten ist ein pragmatischer Mittelwert aus mehreren Beobachtungen. Die durchschnittliche Dauer der Jobsuche nach einer Kündigung liegt je nach Branche und Qualifikationsniveau etwa bei 3 bis 5 Monaten. Die gesetzlichen Kündigungsfristen gemäß § 622 BGB schaffen zwar einen Puffer, schützen aber nicht in allen Beschäftigungsverhältnissen gleichmäßig. Das Arbeitslosengeld I setzt erst nach einer Wartezeit ein und ersetzt in der Regel nur 60 bis 67 Prozent des Nettoeinkommens — die verbleibende Lücke schließt die eigene Rücklage.
Berechnung des Sparziels
Das Sparziel ist das Produkt aus monatlichen Grundausgaben und Absicherungsdauer:
Sparziel=Monatliche Grundausgaben×AbsicherungsdauerAus dem Sparziel und der monatlichen Sparrate folgt die Aufbaudauer — die Zeit, die das Erreichen des Ziels beim aktuellen Spartempo benötigt:
Monate bis zum Ziel=Monatliche SparrateSparzielRechenbeispiel
Bei monatlichen Grundausgaben von 2.500 € und einer gewünschten Absicherung von 6 Monaten ergibt sich ein Sparziel von 2.500 € × 6 = 15.000 €. Bei einer Sparrate von 400 € im Monat dauert der Aufbau 15.000 € ÷ 400 € = 37,5 Monate, also etwas über drei Jahre. Eine Steuererstattung oder eine Jahresprämie, direkt auf das Rücklagenkonto übertragen, verkürzt diese Dauer entsprechend.
Absicherungsdauer nach Lebenssituation
Die richtige Zahl an Monaten hängt von der Einkommenssicherheit und den Verpflichtungen des Haushalts ab. Drei Monate genügen bei einem sicheren Angestelltenverhältnis mit niedrigem Entlassungsrisiko, einem Zweiteinkommen im Haushalt und ohne größere Unterhaltsverpflichtungen. Sechs Monate oder mehr sind angezeigt bei Selbstständigkeit oder freiberuflicher Tätigkeit mit schwankenden Einnahmen, bei Alleinverdienerstatus, in konjunkturell anfälligen Branchen (Baugewerbe, Automobil, Gastronomie) sowie bei gesundheitlichen Risiken oder der Betreuung von Kindern und pflegebedürftigen Angehörigen.
| Situation | Empfohlene Rücklage |
|---|---|
| Angestellte(r), Doppelverdienerhaushalt | 3 Monate |
| Angestellte(r), Alleinverdiener/in | 3–6 Monate |
| Befristet Beschäftigte(r) | 6 Monate |
| Selbstständige(r) / Freiberufler(in) | 6–12 Monate |
| Unternehmer(in) | 12 Monate |
Geeignete Anlageformen
Drei Anforderungen bestimmen die Wahl der Anlageform: Liquidität, Sicherheit und idealerweise eine geringe Verzinsung.
Geeignete Kontenformen
- Tagesgeldkonto: die Standardlösung. Kein Marktrisiko, tägliche Verfügbarkeit, oft bessere Zinsen als das Girokonto.
- Geldmarktfonds: eng am Leitzins orientiert, in der Regel tagesaktuell verfügbar, mit minimal höherem Risiko als ein Bankeinlagenkonto.
Ungeeignete Anlageformen
- Aktien oder börsengehandelte Indexfonds, deren Wert genau dann schwanken kann, wenn ein Verkauf nötig wird
- Kryptowährungen
- Festgeld mit Kündigungsfrist oder Zinsabschlägen bei vorzeitigem Zugriff
- der Rückkaufswert einer Lebensversicherung, der oft erst nach Wochen abrufbar ist
Eine vom Girokonto getrennte Bank zu wählen, beruht auf einer verhaltensökonomischen Überlegung: Mittel, die nicht auf dem Girokonto liegen, werden seltener unbeabsichtigt ausgegeben.
Reihenfolge von Notgroschen und Geldanlage
Die von den meisten Finanzberatern empfohlene Reihenfolge lautet: zuerst der Notgroschen, dann die Geldanlage. Fehlt die Rücklage, erzwingt jede unerwartete Ausgabe den Verkauf von Anlagen — häufig in Kursschwächephasen — oder eine teure Kreditaufnahme.
Eine Ausnahme bildet die betriebliche Altersvorsorge (bAV) mit Arbeitgeberzuschuss. Bietet der Arbeitgeber einen solchen Zuschuss an, lohnt sich zumindest eine Einzahlung in der Höhe, die den maximalen Zuschuss ausschöpft, denn die Eigenrendite entspricht dem prozentualen Zuschuss ab dem ersten Euro und übersteigt damit den Vorteil eines schneller aufgestockten Notgroschens.
Grenzen der Berechnung
- Keine Inflationskorrektur: Das Sparziel basiert auf heutigen Ausgaben. Bei anhaltender Inflation empfiehlt sich eine jährliche Überprüfung.
- Keine Berücksichtigung von Sozialleistungen: Arbeitslosengeld, Kurzarbeitergeld und Krankengeld können die tatsächlich notwendige Rücklage verringern und sollten bei der Ermittlung des individuellen Bedarfs einbezogen werden.
- Keine steuerliche Beratung: Zinserträge auf Tagesgeldkonten unterliegen der Abgeltungssteuer (25 % plus Solidaritätszuschlag); bis zu 1.000 € jährlich lassen sich über den Sparerpauschbetrag steuerfrei stellen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
3 oder 6 Monate — was ist richtig für mich?
Das hängt von Ihrer Einkommenssicherheit und Risikobereitschaft ab. Drei Monate reichen, wenn Sie einen sicheren Angestelltenjob haben, ein berufstätiger Partner vorhanden ist und Ihre fixen Verpflichtungen gering sind. Sechs Monate (oder mehr) empfehlen sich bei Selbstständigkeit, Alleinverdienerstatus, einer Branche mit konjunkturellen Schwankungen oder gesundheitlichen Risiken. Manche Berater raten Unternehmern zu zwölf Monatssalären.
Wo bewahre ich meinen Notgroschen am besten auf?
Auf einem Tagesgeldkonto oder Geldmarktfonds bei einer anderen Bank als Ihrem Girokonto. "Getrennt" verringert die Versuchung, das Geld für Alltägliches anzutasten. "Tagesgeld" bietet in einem normalen Zinsumfeld eine ordentliche Rendite ohne Marktrisiko. Aktien, Kryptowährungen und Festgelder mit Kündigungsfristen sind ungeeignet — Sie müssen jederzeit und ohne Verluste an das Geld kommen.
Soll ich erst den Notgroschen aufbauen oder parallel investieren?
In den meisten Fällen zuerst den Notgroschen aufbauen. Ohne Puffer zwingen unerwartete Ausgaben zum Verkauf von Anlagen zu ungünstigen Zeitpunkten oder zur teuren Kreditaufnahme. Die meisten Berater empfehlen, den Notgroschen vollständig zu bilden, bevor überschüssige Ersparnisse in Anlagekonten fließen.
Eine Ausnahme bildet die betriebliche Altersvorsorge mit Arbeitgeberzuschuss: Bietet der Arbeitgeber einen solchen Zuschuss an, lohnt sich zumindest eine Einzahlung in der Höhe, die den vollen Zuschuss ausschöpft.
Disclaimer
Der individuelle Bedarf an einem Notgroschen hängt von persönlichen Umständen, Beschäftigungssituation und Wohnort ab. Dieser Rechner verwendet Ihre eingegebenen Monatsausgaben als festen Basiswert — passen Sie diesen an, wenn Ihre Ausgaben saisonal oder stark variabel sind.
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