Wilks-Score-Rechner
Eingaben
| Geschlecht | Männlich |
|---|---|
| Körpergewicht | 80 kg |
| Gesamttotal | 300 kg |
| Bewertungsformel | Wilks 2 |
Ergebnisse
| Score | 0 |
|---|
Wilks-Score-Rechner
Wilks-, Wilks-2- oder IPF-GL-Punkte aus dem Kraftdreikampf-Total berechnen. Körpergewichtsnormiert – für den Vergleich über Gewichtsklassen hinweg.
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Ergebnisse
Mit einem Total von 300 kg bei einem Körpergewicht von 80 kg ergibt sich ein Score von 0 Punkten (Formel: Wilks 2).
Warum Kraftdreikampf eine körpergewichtsnormierte Wertung braucht
Im Kraftdreikampf heben schwerere Athleten in der Regel mehr Gewicht als leichtere – doch das sagt wenig über die relative Stärke aus. Ein Athlet mit 100 kg Körpergewicht und 600 kg Total und eine Athletin mit 58 kg Körpergewicht und 380 kg Total sind beide außergewöhnlich stark; einen direkten Vergleich zwischen beiden herzustellen wäre mathematisch unsauber.
Der Wilks-Score löst dieses Problem, indem er das Total durch ein körpergewichtsabhängiges Polynom dividiert und so einen einheitenlosen Wert erzeugt. Dieser Wert erlaubt den Vergleich über Gewichtsklassen, Verbände und Jahrzehnte hinweg – je höher, desto besser.
Die drei Bewertungsformeln
Wilks (1991)
Robert Wilks entwickelte die ursprüngliche Formel für den World Powerlifting Congress. Ein Polynom 5. Grades wird an historische Wettkampfergebnisse angepasst, das Total wird dann durch diesen Polynomwert geteilt:
Die Koeffizienten unterscheiden sich für männliche und weibliche Athleten. Die Formel war jahrzehntelang weltweiter Standard und ist in vielen Verbänden außerhalb der IPF nach wie vor gebräuchlich.
Ihre Schwäche: Die Kalibrierungsdaten stammten überwiegend aus mittleren Gewichtsklassen, was sehr leichte und sehr schwere Athleten leicht bevorzugt.
Wilks 2 (2020)
Eine Neukalibrierung auf Basis eines erheblich größeren und aktuelleren Datensatzes. Die Polynomstruktur bleibt gleich, die Koeffizienten wurden neu berechnet, und der Multiplikator stieg von 500 auf 600:
Wilks-2-Scores liegen durch den höheren Multiplikator etwa 15–20 % über den Wilks-1-Werten bei gleicher Leistung. Die Randverzerrung ist deutlich geringer. Wo eine Polynomformel eingesetzt wird, hat Wilks 2 die ältere Variante weitgehend abgelöst.
IPF GL – Goodlift Points (2019)
Der Internationale Kraftdreikampf-Verband (IPF) wechselte 2019 zu einem grundlegend anderen Ansatz: einer exponentiellen Sättigungskurve statt eines Polynoms:
Die Koeffizienten , und sind für männliche und weibliche Athleten unterschiedlich. Der Exponentialansatz vermeidet das Randproblem von Polynomformeln – die Kurve nähert sich einem Grenzwert an, statt an den Rändern abzuknicken. Die Kalibrierung zielt darauf ab, dass ein Elite-Total einer Gewichtsklasse nahe 100 Punkten liegt, was den Vergleich zwischen Klassen erleichtert. Für alle Wettkämpfe im IPF-Verbund gilt diese Formel als offizieller Standard.
Vergleich der Formeln
| Formel | Multiplikator | Funktionstyp | Einsatz |
|---|---|---|---|
| Wilks | 500 | Polynom 5. Gr. | Viele Nicht-IPF-Verbände |
| Wilks 2 | 600 | Polynom 5. Gr. | Verschiedene Verbände |
| IPF GL | 100 | Exponentiell | IPF und angeschlossene Verbände |
Alle drei normieren das Körpergewicht, erzeugen aber unterschiedliche absolute Werte. Ein Wilks-Score von 400 ist nicht direkt mit einem IPF-GL-Score von 400 vergleichbar. Beim Veröffentlichen oder Vergleichen von Scores immer die Formel angeben.
Einordnung der Scores
Als grobe Orientierung für das Kraftdreikampf-Total (Kniebeuge, Bankdrücken, Kreuzheben) mit Wilks 1:
| Score | Niveau |
|---|---|
| Unter 200 | Anfänger |
| 200–300 | Fortgeschrittene |
| 300–400 | Gehobene Fortgeschrittene / national |
| 400–500 | Elite |
| 500+ | Weltklasse |
Mit Wilks 2 liegen die Scores durch den höheren Multiplikator etwa 15–20 % darüber. IPF-GL-Scores nahe 100 zeigen eine Elite-Leistung in der jeweiligen Gewichtsklasse an.
Was der Score nicht abbildet
Wilks, Wilks 2 und IPF GL messen ausschließlich das relative Gesamt-Total – die Summe der drei besten Versuche, normiert auf das Körpergewicht. Folgendes bleibt außen vor:
- Ausrüstungsunterschiede: Raw-, Single-Ply- und Multi-Ply-Totale sind auch bei gleichem Score nicht direkt vergleichbar.
- Einzeldisziplinen: Ein hohes Total kann auf sehr unterschiedlichen Verhältnissen von Kniebeuge, Bankdrücken und Kreuzheben beruhen.
- Körperzusammensetzung: Zwei Athleten mit gleichem Körpergewicht können stark unterschiedliche Muskel-Fett-Verhältnisse haben, was die Aussagekraft des Scores beeinflusst.
- Altersgruppen: Für Masters- und Junioren-Kategorien existieren altersbereinigte Varianten (z. B. Malone-Meltzer-Punkte), die auf dem Basiswert aufbauen.
Für die meisten Zwecke – die eigene Entwicklung verfolgen, Trainingspartner vergleichen oder Wettkampfergebnisse einordnen – liefern Wilks und IPF GL eine sinnvolle Kennzahl für die relative Stärke.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was gilt als guter Wilks-Score?
Orientierungswerte für das klassische Kraftdreikampf-Total (Kniebeuge, Bankdrücken, Kreuzheben) mit der Wilks-Formel:
- Unter 200: Anfängerniveau – Grundtechnik im Aufbau.
- 200–300: Fortgeschrittene – stabile Technik, systematische Steigerungen.
- 300–400: Gehobene Fortgeschrittene – in vielen Verbänden national konkurrenzfähig.
- 400–500: Kader-/Elitebereich – Podiumsplätze auf nationaler und regionaler Ebene.
- 500+: Weltklasse – Top-10-Bereich in den meisten Gewichtsklassen.
Mit Wilks 2 liegen die Scores durch den höheren Multiplikator (600 statt 500) etwa 15–20 % über den Wilks-1-Werten. IPF-GL-Scores sind dagegen so kalibriert, dass ein Elite-Total einer Gewichtsklasse ungefähr 100 Punkte ergibt. Für aussagekräftige Vergleiche immer dieselbe Formel verwenden.
Was ist der Unterschied zwischen Wilks, Wilks 2, DOTS und IPF GL?
Alle vier Formeln beantworten dieselbe Frage: „Wer hat im Verhältnis zum Körpergewicht am meisten gehoben?" Sie unterscheiden sich vor allem in ihrer mathematischen Struktur und im Kalibrierdatensatz.
Wilks (1991) passt ein Polynom 5. Grades an historische Wettkampfdaten an. Durch die damals schmale Datenbasis begünstigt die Formel leichte und sehr schwere Athleten leicht. Sie bleibt Standard in vielen nicht-sanktionierten Verbänden.
Wilks 2 (2020) nutzt dieselbe Polynomstruktur, jedoch einen wesentlich größeren und aktuelleren Datensatz. Die Verzerrung an den Extremen wird korrigiert; der Multiplikator steigt von 500 auf 600, daher liegen die Scores für dieselbe Leistung etwa 15–20 % höher als bei Wilks 1.
DOTS (Decimal Odds Theoretical Score) verwendet ein Polynom 4. Grades und gilt als besonders gleichmäßig über alle Gewichtsklassen. Die Formel ist vor allem in der USPA und einigen europäischen Verbänden verbreitet.
IPF GL (Goodlift Points, seit 2019 offizieller IPF-Standard) setzt statt eines Polynoms eine exponentielle Sättigungskurve ein. Damit entfällt das Randproblem, das Polynomformeln an den Extremen zeigen. Die Kalibrierung zielt darauf ab, dass ein Elite-Total einer Gewichtsklasse nahe 100 Punkte ergibt – ein intuitiver Maßstab für IPF-Wettkämpfe.
Wer in einem IPF-angeschlossenen Verband startet, sollte IPF GL verwenden. Für historische Vergleiche oder Verbände außerhalb der IPF ist Wilks 2 die aktuellste Polynomformel.
Haftungsausschluss
Wilks-Scores dienen dem körpergewichtsnormierten Vergleich und sind keine absoluten Leistungsmaße. Die verwendete Formel variiert je nach Verband – vor dem Wettkampf prüfen, welches Bewertungssystem gilt. Dieser Rechner dient der Planung und dem Vergleich, nicht der offiziellen Wettkampfwertung.