Aktienbewertungskennzahlen-Rechner
KGV, KBV, Eigenkapitalrendite, Dividendenrendite, Ausschüttungsquote und Gewinnrendite aus Aktienkurs und Kennzahlen je Aktie berechnen.
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Aktienbewertungskennzahlen
Aktienbewertungskennzahlen sind standardisierte Messzahlen, die den Marktpreis eines Unternehmens in Relation zu seinen fundamentalen Finanzdaten — Gewinn, Buchwert und Dividende — setzen. Da sie nach Unternehmensgröße und Währung normiert sind, lassen sich damit eine Aktie für 10 € direkt mit einer für 500 € vergleichen, oder ein DAX-Konzern mit einem Unternehmen aus dem S&P 500.
Dieser Rechner ermittelt sechs Kennzahlen aus vier Eingaben je Aktie:
( = Aktienkurs, = Ergebnis je Aktie, = Buchwert je Aktie, = Dividende je Aktie)
KGV — Bewertung des Gewinns
Das Kurs-Gewinn-Verhältnis ist die bekannteste Bewertungskennzahl. Ein KGV von 15 bedeutet, dass Anleger 15 € für jeden Euro Jahresgewinn zahlen — bei konstanter Ertragslage würde sich die Investition in 15 Jahren amortisieren.
Typische Spannen je nach Branche:
| Branche | KGV-Spanne |
|---|---|
| Versorger | 10–18 |
| Finanzwerte | 8–15 |
| Konsumgüter (Basisbedarf) | 18–25 |
| Technologie | 25–50+ |
| Wachstums-/Verlustunternehmen | nicht aussagekräftig |
Der DAX bewegt sich historisch im Bereich von 12 bis 18. Verlustunternehmen haben kein sinnvolles KGV — deshalb erfordert dieser Rechner EPS > 0.
Historisches vs. Forward-KGV: Das historische KGV verwendet den tatsächlichen Gewinn der letzten zwölf Monate; das Forward-KGV basiert auf Analystenprognosen. Ersteres ist belastbar, Letzteres hängt von der Prognosequalität ab.
KBV — Marktpreis vs. Buchwert
Das Kurs-Buchwert-Verhältnis setzt den Aktienkurs ins Verhältnis zum bilanziellen Eigenkapital. Ein KBV von 2,0 bedeutet, Anleger zahlen das Doppelte des Buchwerts — der Aufschlag spiegelt immaterielle Werte wider: Marke, Patente, Kundenbeziehungen.
- KBV < 1 — Kurs liegt unter dem Buchwert; oft Zeichen niedriger Eigenkapitalrendite oder Bedenken zur Vermögensqualität
- KBV = 1 — Marktbewertung entspricht genau dem Eigenkapital
- KBV > 1 — Markt erkennt Wert jenseits der Bilanz an; typisch für profitable Unternehmen
Banken und Versicherungen werden sinnvoll per KBV verglichen, weil ihre Vermögenswerte marktnahe bewertet sind. Bei Software- und Dienstleistungsunternehmen ist der Buchwert weniger aussagekräftig, da Humankapital nicht bilanziert wird.
ROE — Effizienz des Eigenkapitaleinsatzes
Die Eigenkapitalrendite misst den Anteil des Eigenkapitals, der jährlich in Gewinn umgewandelt wird: ROE = EPS / BVPS = Jahresgewinn / Eigenkapital.
Eine ROE von 15 % bedeutet, dass das Unternehmen auf jeden Euro Eigenkapital 0,15 € Gewinn erwirtschaftet. Als Faustregel gilt: Eine ROE über 15 % über mehrere Jahre hinweg ist ein Qualitätsmerkmal. Allerdings kann hoher Fremdkapitaleinsatz die ROE künstlich aufblähen, weshalb stets auch der Verschuldungsgrad zu prüfen ist.
Dividendenrendite und Ausschüttungsquote
Die Dividendenrendite zeigt, wie viel Einkommen man je investiertem Euro erhält:
3,0 % Rendite bedeuten 30 € Dividende pro Jahr für jede investierte 1.000 € — vor Steuern und möglichen Kursveränderungen.
Die Ausschüttungsquote zeigt, wie nachhaltig diese Dividende ist:
Eine Ausschüttungsquote von 30 % lässt viel Spielraum für Dividendensteigerungen. Liegt sie über 100 %, zahlt das Unternehmen mehr aus, als es verdient — ohne externe Finanzierung dauerhaft nicht tragbar.
Gewinnrendite — Aktien mit Anleihen vergleichen
Die Gewinnrendite (EPS ÷ Kurs) ist das Prozent-Äquivalent des KGV-Kehrwerts. Bei einem KGV von 12,5 beträgt sie 8,0 % — für jede 100 € investiertes Kapital fließen 8 € Gewinn zurück.
Dieser Prozentsatz lässt sich direkt mit Anleiherenditen vergleichen. Wirft die zehnjährige Bundesanleihe 2,5 % ab und Aktien bieten 8 % Gewinnrendite, beträgt die Prämie 5,5 Prozentpunkte. Schrumpft dieser Spread, steigen die Bewertungsbedenken für Aktien.
Berechnungsbeispiel
Unternehmen: mittelgroßer Industriezulieferer (DAX-Mittelfeld)
- Aktienkurs: 47,80 €
- EPS (TTM): 3,85 €
- Buchwert je Aktie: 22,40 €
- Dividende je Aktie: 1,20 €
Ergebnisse:
- KGV = 47,80 ÷ 3,85 = 12,4 — unter dem historischen DAX-Schnitt, moderate Bewertung
- KBV = 47,80 ÷ 22,40 = 2,13 — Aufschlag auf den Buchwert, Goodwill und Patente eingepreist
- ROE = 3,85 ÷ 22,40 = 17,2 % — überdurchschnittliche Kapitaleffizienz
- Dividendenrendite = 1,20 ÷ 47,80 = 2,5 % — solide Ausschüttung im DAX-Vergleich
- Ausschüttungsquote = 1,20 ÷ 3,85 = 31,2 % — gut gedeckt, Spielraum für Steigerungen
- Gewinnrendite = 3,85 ÷ 47,80 = 8,1 % — attraktiv gegenüber Bundesanleihe-Renditen
Das Gesamtbild zeigt ein günstig bewertetes, ertragstarkes Unternehmen mit solider Dividendenabdeckung — klassisches Value-Profil.
Historische vs. Prognosewerte
Alle Kennzahlen in diesem Rechner basieren auf tatsächlichen Werten der letzten zwölf Monate (TTM). TTM ist faktisch belastbar, aber vergangenheitsorientiert; ein schnell wachsendes Unternehmen sieht auf Forward-Basis günstiger aus als auf TTM-Basis. Beide Perspektiven sind wertvoll — TTM verankert die Berechnung in der Realität.
So nutzen Sie diesen Rechner
- Aktienkurs eingeben — aktuellen Börsenkurs verwenden
- EPS eingeben — in der Gewinn- und Verlustrechnung oder auf Finanzportalen unter „Ergebnis je Aktie (TTM)" oder „verwässertes EPS" zu finden
- BVPS eingeben — Eigenkapital ÷ ausstehende Aktien aus der Bilanz, oder den ausgewiesenen „Buchwert je Aktie"
- DPS eingeben — gesamte Jahresdividende je Aktie; bei dividendenlosen Werten 0 eintragen
Alle vier Eingaben müssen in derselben Währung angegeben werden. Die Kennzahlen selbst sind dimensionslos und währungsunabhängig.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist ein gutes KGV?
Ein „gutes" KGV gibt es nicht pauschal — der Maßstab hängt von Branche, Wachstumsrate und Marktphase ab. Der DAX bewegt sich historisch in einem KGV-Bereich von etwa 12 bis 18. Wachstumsstarke Technologieunternehmen werden oft mit dem 30- bis 60-Fachen oder mehr gehandelt, da Anleger auf deutlich höhere künftige Gewinne setzen. Reife Branchen wie Versorger oder Finanzwerte notieren typischerweise bei KGV 8 bis 14. Entscheidend ist der Vergleich mit Branchenpeers und der eigenen historischen Bewertung: Ein niedriges KGV kann Unterbewertung oder nachlassende Ertragskraft signalisieren; ein hohes KGV kann echte Wachstumsfantasie oder Überbewertung widerspiegeln.
Was sagt das KBV über eine Aktie aus?
Das Kurs-Buchwert-Verhältnis vergleicht, was Anleger zu zahlen bereit sind, mit dem bilanziellen Eigenkapital des Unternehmens. Ein KBV von 1 bedeutet, dass der Markt das Unternehmen genau zum Buchwert bewertet. Unter 1 kann auf Unterbewertung hindeuten, signalisiert aber häufig eine niedrige Eigenkapitalrendite oder Zweifel an der Qualität der Vermögenswerte. Über 1 spiegelt immateriellen Mehrwert wider — Marke, Patente, Kundenstamm — der in der Bilanz nicht auftaucht. Kapitalintensive Branchen wie Banken und Immobilien eignen sich gut für KBV-Vergleiche; bei kapitalleichten Dienstleistungsunternehmen sagt der Buchwert wenig über den wahren Unternehmenswert aus.
Wie berechnet man die Dividendenrendite?
Dividendenrendite = jährliche Dividende je Aktie ÷ Aktienkurs. Zahlt eine Aktie zum Beispiel 1,20 € Dividende je Aktie und notiert bei 40 €, beträgt die Rendite 1,20 ÷ 40 = 3,0 %. Die Dividendenrendite steigt, wenn der Kurs fällt, und sinkt bei steigendem Kurs. Ein sprunghafter Renditeanstieg kann daher auf einen Kursrückgang statt auf eine Dividendenerhöhung zurückzuführen sein — es lohnt sich stets zu prüfen, ob die Dividende nachhaltig ist.
Was ist der Unterschied zwischen Dividendenrendite und Ausschüttungsquote?
Die Dividendenrendite misst die Einnahmen bezogen auf den Aktienkurs und gibt an, welcher Ertrag jährlich auf das investierte Kapital zurückfließt. Die Ausschüttungsquote misst, welcher Anteil des Gewinns als Dividende ausgeschüttet wird, und zeigt, wie nachhaltig die Dividende ist. Eine Rendite von 4 % bei einer Ausschüttungsquote von 90 % lässt kaum Spielraum für Dividendensteigerungen; bei einer Ausschüttungsquote von 40 % ist die Dividende deutlich solider abgesichert. Liegt die Ausschüttungsquote über 100 %, schüttet das Unternehmen mehr aus, als es verdient — langfristig nur über Schulden oder Rücklagen finanzierbar.
Wofür ist die Gewinnrendite nützlich?
Die Gewinnrendite (Ergebnis je Aktie ÷ Aktienkurs) ist der Kehrwert des KGV, ausgedrückt in Prozent, und ermöglicht den direkten Vergleich mit Anleiherenditen. Ein KGV von 16 entspricht einer Gewinnrendite von 6,25 %. Liegt die zehnjährige Bundesanleihe bei 2,5 %, beträgt der Risikoaufschlag 3,75 Prozentpunkte. Schrumpft dieser Spread, werden Aktien im Vergleich zu Anleihen teurer. Dieses Konzept ist eng verwandt mit dem FED-Modell und wird von institutionellen Investoren zur Marktbewertung eingesetzt.
Disclaimer
Dieser Rechner verwendet die Ergebnisse der letzten zwölf Monate (TTM-EPS, zuletzt gemeldeter Buchwert je Aktie). Auf Basis von Prognose- oder bereinigten Werten können die Kennzahlen abweichen. Die Bewertungskennzahlen stellen keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Anlageentscheidungen sollten stets mit einem zugelassenen Finanzberater abgestimmt werden.
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