Kreditkartenschulden-Rechner
Berechnet Tilgungsdauer und Gesamtzinskosten für Kreditkartenschulden — mit interaktiver Saldokurve und Sondertilgungs-Option.
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Unter einem Jahr bis zur Schuldenfreiheit — das ist das richtige Tempo. Sobald der Saldo bei null steht, leiten Sie die freigewordene Monatsrate in einen Notgroschen oder ein Tagesgeldkonto um, bevor sie der Lifestyle-Inflation zum Opfer fällt.
Was der Kreditkartenschulden-Rechner berechnet
Der Kreditkartenschulden-Rechner berechnet, wie viele Monate es dauert, einen ausstehenden Kartensaldo bei einer festgelegten Monatsrate vollständig zu tilgen, und weist die gesamten Zinskosten aus. Drei Modi decken die häufigsten Fragen ab: bekannte Rate → Tilgungsdauer, bekannte Zieldauer → erforderliche Rate, und Mindestraten-Simulation.
Kreditkartenzinsen im Verhältnis zu anderen Kreditformen
Der Effektivzins einer Teilzahlungs- oder Revolving-Kreditkarte liegt typischerweise zwischen 14 % und 22 %. Selbst der gewohnte Dispokredit kostet meist 8–13 %. Das ist ein Vielfaches eines Baufinanzierungszinses und drei- bis viermal so hoch wie ein klassischer Ratenkredit. Wer Monat für Monat nur die Mindestrate zahlt, baut den Saldo kaum ab, während die Zinsen weiterlaufen. Die zugrunde liegende Mathematik steckt vollständig in einer Tilgungsformel — der Rechner setzt sie um und gibt auf den Monat genau an, wie lange die Schulden laufen und welche Zinsen dabei anfallen.
Wie sich der Saldo entwickelt
Jeden Monat wird auf den Restsaldo ein Zwölftel des Jahreszinses aufgeschlagen; die Monatsrate deckt zuerst diese Zinsen, und nur der Rest mindert den Saldo. Solange die Rate die Monatszinsen übersteigt, sinkt der Saldo — anfangs langsam, weil der Zinsanteil hoch ist, später schneller, weil mit kleinerem Saldo auch der Zinsanteil fällt. Liegt die Rate dagegen unter den Monatszinsen, wächst der Saldo trotz Zahlung weiter.
Mechanik der Mindestrate
Deutsche Anbieter setzen die Mindestrate meist bei 3–5 % des Saldos plus den laufenden Zinsen an, mit einer festen Untergrenze. Da der Prozentsatz auf den schrumpfenden Saldo angewendet wird, sinkt auch die Mindestrate von Monat zu Monat — und mit ihr das Tempo, in dem der Saldo abgebaut wird. Bei einem Saldo von 5.000 € und 20 % Effektivzins mit einer Rate von 150 €:
- Zinsen pro Monat: 5.000 € × 20 % / 12 ≈ 83 €
- Tilgungsanteil: 150 € − 83 € = 67 €
Mehr als die Hälfte der Rate entfällt damit auf Zinsen. In diesem Tempo dauert die vollständige Tilgung über 4 Jahre, und die kumulierten Zinsen liegen bei rund 2.360 € — knapp die Hälfte des ursprünglichen Saldos.
Der Mindestraten-Modus im Modus-Wahlfeld oben rechnet genau dieses Szenario für die eingegebenen Werte durch. Mit dem Prozentsatz und der Untergrenze der jeweiligen Karte zeichnet der Rechner die Saldokurve über die volle Laufzeit und weist die Gesamtzinsen aus — oft das 1,5- bis 2-Fache des ursprünglichen Saldos.
Die Formel
Für einen Saldo , eine Monatsrate und einen Jahreszins ist die Tilgungsdauer in Monaten:
Die Gesamtrückzahlung beträgt , und die Zinskosten ergeben sich als . Der Bruch im Zähler zeigt zugleich die Grenze des Modells: Wird kleiner als der Monatszins , ist das Argument des Logarithmus negativ und es existiert keine endliche Tilgungsdauer — der Saldo wächst dann dauerhaft.
Wirkung einer höheren Rate
Bei gleichem Saldo von 5.000 € und 20 % Effektivzins hängen Laufzeit und Gesamtzinsen stark von der gewählten Rate ab:
| Monatsrate | Monate bis Tilgung | Zinsen insgesamt |
|---|---|---|
| 100 € | ~108 | 5.840 € |
| 150 € | ~49 | 2.359 € |
| 200 € | ~33 | 1.522 € |
| 300 € | ~20 | 906 € |
| 500 € | ~11 | 515 € |
Eine Verdopplung der Rate von 150 € auf 300 € pro Monat senkt die Gesamtzinsen um über 60 %. Jeder zusätzliche Euro Tilgung reduziert nicht nur den Saldo, sondern auch alle künftigen Zinsen, die dieser Saldo erzeugt hätte.
Anwendung
Den realen Zeitrahmen einordnen
Wer aktuellen Saldo, vertraglichen Effektivzins und die tatsächlich überwiesene Rate einträgt, erhält die konkrete Anzahl der Monate bis zur Schuldenfreiheit. Diese Zahl macht den Umfang der Belastung greifbar und ist die Grundlage für jede weitere Entscheidung.
Eine Umschuldung durchrechnen
Bei mehr als 18 Monaten Restlaufzeit lohnt der Vergleich mit einem klassischen Ratenkredit der Hausbank oder einer Direktbank:
- Ratenkredit: typischer Effektivzins 4–8 % je nach Bonität
- Vergleichsplattformen (Check24, Verivox, Smava): zeigen den 2/3-Zinssatz nach § 6a PAngV — den Effektivzins, den zwei Drittel der Antragsteller tatsächlich erhalten
- Restschuldversicherung: erhöht den Effektivzins oft erheblich und ist selten sinnvoll
Bei 5.000 € Saldo und 22 % Effektivzins kostet die Tilgung über 36 Monate rund 1.880 € Zinsen. Eine Umschuldung in einen Ratenkredit zu 6 % Effektivzins kostet im selben Zeitraum rund 480 € Zinsen — eine Ersparnis von etwa 1.400 €, selbst wenn die Bank eine kleine Bearbeitungsgebühr berechnet.
Avalanche oder Snowball
Wer mehrere Karten oder einen Dispo plus Karte trägt, hat zwei Tilgungsreihenfolgen zur Wahl:
- Avalanche: zuerst die Position mit dem höchsten Zinssatz tilgen (mathematisch optimal)
- Snowball: zuerst die kleinste Position abbauen (psychologisch motivierender)
Verhaltensökonomische Studien (Gal & McShane, 2012) deuten darauf hin, dass die Snowball-Methode in der Praxis oft bessere Ergebnisse liefert, weil sie eher durchgehalten wird. Avalanche minimiert rechnerisch die Zinsen, Snowball ist für viele die praktisch durchhaltbare Variante. Beide Reihenfolgen lassen sich im Rechner durchspielen — häufig ist der Zinsunterschied klein genug, dass der Motivationsvorteil von Snowball überwiegt.
Was der Rechner nicht abbildet
- Verzugszinsen und Mahngebühren: Eine verspätete Zahlung kann Verzugszinsen von 5 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz auslösen, zuzüglich Mahnpauschale. Das Modell unterstellt pünktliche Zahlungen.
- Variable Zinssätze: Die meisten Teilzahlungskarten und Dispokredite haben variable Zinsen, die quartalsweise angepasst werden. Der Rechner geht von einem festen Zinssatz aus.
- Schufa-Effekt: Dauerhaft hoch ausgenutzte Kreditrahmen drücken den Schufa-Score und verteuern künftige Kredite und Mobilfunkverträge. Die Tilgung wirkt insofern auch auf die eigene Bonität.
- Cashback und Bonusprogramme: 0,5–1 % Rückvergütung gleichen die Kosten eines mitgeschleppten Saldos nicht aus. Cashback lohnt sich nur, wenn der volle Saldo monatlich getilgt wird.
Die Tilgung einer Kreditkartenschuld zu 18 % Effektivzins ist rechnerisch gleichwertig mit einer steuerfreien, risikofreien Anlage mit 18 % Rendite. Eine Geldanlage, die das dauerhaft übertrifft, gibt es praktisch nicht. Bei festgefahrener Lage bietet die kostenlose Schuldnerberatung der Verbraucherzentrale, Caritas oder Diakonie zusätzlich die Möglichkeit, einen Tilgungsplan und gegebenenfalls einen Vergleich mit dem Anbieter auszuhandeln.
Sobald die Karte abbezahlt ist, kann dieselbe monatliche Rate weiterlaufen — dann in einen breit gestreuten ETF-Sparplan. Der Spar- und Anlagerechner zeigt, was 20 Jahre konsequente Sparrate bei 5 % Erwartungsrendite ergeben; der Betrag wird dort in EUR eingetragen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Warum dauert die Mindestrate so endlos?
Bei deutschen Revolving- bzw. Teilzahlungskarten liegt die Mindestrate meist bei 3–5 % des Saldos plus den Zinsen des Monats. Bei einem Effektivzins von 18 % deckt die Mindestrate in den ersten Monaten kaum mehr als die Zinsen — der eigentliche Saldo schmilzt nur sehr langsam. Eine Verdopplung der monatlichen Rate kann die Laufzeit um über 60 % und die Gesamtzinsen um mehr als 70 % reduzieren.
Wie viel bringt eine Sondertilgung von 50 €/Monat wirklich?
Bei einem Saldo von 5.000 € mit 18 % Effektivzins und 200 €/Monat Standardrate dauert die Tilgung ohne Extra etwa 32 Monate und kostet rund 1.400 € Zinsen. Mit 50 € extra werden daraus rund 24 Monate und etwa 1.000 € Zinsen — also ca. 400 € weniger und 8 Monate früher schuldenfrei. Mit 100 € extra: rund 20 Monate, etwa 800 € Zinsen. Probieren Sie den Schieberegler für Ihr konkretes Szenario.
Erst die Karte mit dem kleinsten Saldo oder mit dem höchsten Zinssatz tilgen?
Mathematisch optimal ist es, zuerst den höchsten Zinssatz anzugreifen ("Avalanche") — das minimiert die Gesamtzinsen.
Verhaltensökonomisch funktioniert oft die "Snowball-Methode" besser: zuerst den kleinsten Saldo abbezahlen, weil das schnelle Erfolgserlebnis motiviert und die Disziplin trägt. Wer bei der Avalanche-Methode unterwegs aufgibt, zahlt unterm Strich mehr als jemand, der die Snowball-Methode konsequent durchzieht. Beide Wege im Rechner durchspielen und den wählen, den man wirklich durchhält.
Lohnt sich eine Umschuldung in einen Ratenkredit?
In den meisten Fällen ja. Ein klassischer Ratenkredit der Hausbank oder einer Direktbank kostet typischerweise 4–8 % Effektivzins, eine Teilzahlungskarte oder ein dauerhaft genutzter Dispo dagegen 12–20 %. Bei einem Saldo von 5.000 € und einer Restlaufzeit über 18 Monaten spart die Umschuldung schnell dreistellige bis vierstellige Beträge.
Achten Sie beim Vergleich auf Restschuldversicherung (meist verzichtbar und teuer) und etwaige Vorfälligkeitsentschädigungen. Ein bonitätsunabhängiger 2/3-Zinssatz nach § 6a PAngV ist Pflichtangabe — orientieren Sie sich daran, nicht an der Schaufenster-Werbung.
Was, wenn meine Rate niedriger ist als die monatlichen Zinsen?
Dann findet faktisch nie eine Tilgung statt — die Zinsen wachsen schneller, als der Saldo abgebaut wird. Der Rechner markiert diesen Fall. Die einzigen Auswege sind: höhere Rate, niedrigerer Zinssatz (Umschuldung in Ratenkredit) oder kostenlose Schuldnerberatung bei Verbraucherzentrale, Caritas oder Diakonie, falls die Lage festgefahren ist.
Disclaimer
Dies ist ein vereinfachtes Tilgungsmodell mit konstantem Zinssatz, ohne neue Umsätze, mit pünktlichen Zahlungen und konstanter Monatsrate. Reale Kreditkartenschulden können zusätzliche Gebühren, Verzugszinsen und variable Mindestraten enthalten.
Die "Eingesparte Zinsen / Monate"-Werte vergleichen denselben Plan mit und ohne Sondertilgung — sie berücksichtigen nicht, was Sie mit demselben Geld in einer anderen Anlage hätten verdienen können. Keine Finanzberatung; bei ernsthaften Schuldenproblemen wenden Sie sich an eine kostenlose Schuldnerberatung (Verbraucherzentrale, Caritas, Diakonie, AWB).
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