Kinematische Viskosität umrechnen: m²/s, Centistokes (cSt), Stokes (St), mm²/s, cm²/s und ft²/s. Bidirektionale Einheitenumrechnung für Schmierungstechnik, Hydraulik und Strömungsmechanik.
SI-Einheiten
m²/s
mm²/s
cm²/s
CGS-Einheiten
cSt
St
Imperiale Einheiten
ft²/s
Kinematische Viskosität — Einheiten und Umrechnung
Die kinematische Viskosität beschreibt das Fließverhalten eines Fluids unter Schwerkraftwirkung. Sie ist definiert als der Quotient aus dynamischer Viskosität und Fluiddichte:
ν = μ / ρ
mit ν in m²/s, μ in Pa·s und ρ in kg/m³.
Umrechnungsübersicht
Alle Umrechnungen beziehen sich auf die SI-Basiseinheit Quadratmeter pro Sekunde (m²/s).
Einheit
Symbol
Äquivalent in m²/s
Anmerkung
1 m²/s
m²/s
1
SI-Basiseinheit
1 cm²/s
cm²/s
1 × 10⁻⁴
Entspricht 1 Stokes (St)
1 mm²/s
mm²/s
1 × 10⁻⁶
Entspricht 1 Centistoke (cSt)
1 St
St
1 × 10⁻⁴
CGS-Einheit; 1 St = 1 cm²/s
1 cSt
cSt
1 × 10⁻⁶
Gebräuchlichste Industrieeinheit; = 1 mm²/s
1 ft²/s
ft²/s
≈ 9,290 × 10⁻²
Imperiale Einheit
cSt und mm²/s sind identisch
Centistokes (cSt) und Quadratmillimeter pro Sekunde (mm²/s) bezeichnen dieselbe Einheit. ISO-Viskositätsgradtabellen nach DIN ISO 3448 geben Werte in mm²/s bei 40 °C an; Datenblätter von Schmierstoffen und Hydraulikölen drucken denselben Zahlenwert üblicherweise mit dem cSt-Kürzel. Eine Umrechnung zwischen beiden ist nicht erforderlich.
Verwendung der einzelnen Einheiten
m²/s ist die SI-Einheit und wird in der wissenschaftlichen Literatur sowie in Strömungssimulationen verwendet. Für übliche Flüssigkeiten sind die Zahlenwerte sehr klein (Wasser ≈ 1 × 10⁻⁶ m²/s).
cSt (= mm²/s) ist die Standardeinheit für Schmierstoffe, Hydrauliköle und Kraftstoffe. ISO-Viskositätsklassen (ISO VG 32, 46, 68 …) nach DIN ISO 3448 geben die kinematische Viskosität in mm²/s bei 40 °C an. SAE-Motorölklassen (z. B. SAE 5W-30, 10W-40) sind durch Viskositätsbereiche in cSt bei 40 °C und 100 °C definiert.
St (= cm²/s) ist die ursprüngliche CGS-Einheit, benannt nach Sir George Gabriel Stokes. Sie ist hundertmal größer als der Centistoke. In der modernen Praxis wird fast ausschließlich cSt verwendet; Stokes begegnet noch in älteren Normen und vereinzelt in der Polymerverarbeitungstechnik.
ft²/s findet im angloamerikanischen Wasserbau Verwendung (offene Gerinne, Talsperrenbetrieb). Ein ft²/s entspricht rund 92.900 cSt — deutlich mehr als jede gängige Flüssigkeit bei Raumtemperatur.
Kinematische Viskosität ausgewählter Fluide
Fluid
Kinematische Viskosität bei 20–25 °C
Luft
≈ 15 cSt (1,5 × 10⁻⁵ m²/s)
Wasser (20 °C)
≈ 1,00 cSt
Dieselkraftstoff
2–5 cSt
SAE 10W-30 Motoröl (100 °C)
9,3–12,5 cSt
SAE 10W-30 Motoröl (40 °C)
≈ 65–75 cSt
ISO VG 46 Hydrauliköl (40 °C)
≈ 46 cSt
Honig
2.000–10.000 cSt
Temperaturabhängigkeit
Die kinematische Viskosität nimmt mit steigender Temperatur deutlich ab. Motoröl bei 100 °C ist um ein Vielfaches dünnflüssiger als bei 40 °C. Der Viskositätsindex (VI) nach DIN ISO 2909 quantifiziert diese Temperaturabhängigkeit — ein hoher VI bedeutet geringe Viskositätsänderung über den Temperaturbereich. Bei der Angabe kinematischer Viskositätswerte ist die Messtemperatur stets anzuführen.
Zusammenhang mit der dynamischen Viskosität
Ist die dynamische Viskosität in mPa·s (= cP) und die Dichte in g/cm³ bekannt, ergibt sich die kinematische Viskosität in cSt aus:
ν (cSt) = μ (cP) / ρ (g/cm³)
Für Wasser bei 20 °C: μ ≈ 1,002 cP, ρ ≈ 0,998 g/cm³, also ν ≈ 1,004 cSt — in Übereinstimmung mit dem Messwert.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Sind cSt und mm²/s dieselbe Einheit?
Ja — Centistokes und Quadratmillimeter pro Sekunde sind numerisch identisch. Ein Centistoke (cSt) ist definitionsgemäß gleich 1 mm²/s. Beide Bezeichnungen werden in der Schmierstoff- und Hydrauliköltechnik gleichwertig verwendet; welche Schreibweise erscheint, ist weitgehend Konvention.
ISO-Viskositätsgradtabellen (z. B. ISO VG nach DIN ISO 3448) führen Werte in mm²/s bei 40 °C auf, während Produktdatenblätter denselben Zahlenwert häufig mit dem cSt-Symbol angeben.
Welcher Zusammenhang besteht zwischen Stokes (St) und cm²/s?
Ein Stokes (St) entspricht exakt 1 cm²/s = 1 × 10⁻⁴ m²/s. Es handelt sich um die CGS-Einheit der kinematischen Viskosität, benannt nach dem britischen Physiker Sir George Gabriel Stokes. Da das Stokes für die meisten technischen Fluide unpraktisch groß ist — Wasser bei 20 °C hat nur etwa 0,01 St = 1 cSt —, ist der Centistoke die gebräuchliche Einheit in Industrie und Labor.
Was ist kinematische Viskosität, und wie unterscheidet sie sich von der dynamischen Viskosität?
Die kinematische Viskosität (ν) ist der Quotient aus dynamischer Viskosität (μ) und Fluiddichte (ρ): ν = μ / ρ. Sie beschreibt das Fließverhalten eines Fluids unter alleiniger Schwerkraftwirkung, unabhängig von äußeren Kräften. Die dynamische Viskosität hingegen gibt die innere Reibungskraft je Flächeneinheit und Schergeschwindigkeitsgradient an.
Im SI-System wird die dynamische Viskosität in Pa·s (bzw. mPa·s = cP), die kinematische Viskosität in m²/s (bzw. cSt = mm²/s) gemessen. Motorölklassen nach SAE (z. B. SAE 5W-30) sind durch ihre kinematische Viskosität bei 100 °C definiert.
Welche kinematische Viskosität hat Wasser?
Wasser hat bei 20 °C eine kinematische Viskosität von rund 1,004 cSt (1,004 mm²/s = 1,004 × 10⁻⁶ m²/s). Dieser Wert nimmt mit steigender Temperatur deutlich ab: Bei 40 °C beträgt er etwa 0,658 cSt, bei 60 °C etwa 0,475 cSt. Der Umrechner verwendet als Standardwert 1 × 10⁻⁶ m²/s (1 cSt) — ein praktischer Referenzpunkt nahe der Viskosität von Wasser bei Raumtemperatur.
Haftungsausschluss
Die angezeigten Umrechnungswerte sind gerundet. Die kinematische Viskosität ist temperaturabhängig — bei der Angabe oder dem Vergleich von Werten ist stets die Messtemperatur anzugeben. Die Umrechnungen entsprechen den exakten Definitionen des CGS- und SI-Systems.