Shannon-Entropie berechnen
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| Text | hello |
|---|---|
| Logarithmusbasis | Bit (Basis 2) |
Shannon-Entropie berechnen
Shannon-Entropie eines Textes oder Symbolstrings berechnen. Zeigt den mittleren Informationsgehalt pro Zeichen in Bit, Nat oder Hartley — Grundlage der Datenkompression und Kryptographie.
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Entropie
Statistiken
Shannon-Entropie
Die Shannon-Entropie ist ein Maß für den mittleren Informationsgehalt — oder die Unvorhersehbarkeit — einer Symbolfolge. Für eine gegebene Zeichenkette beantwortet sie die Frage: Wie viele Bit (oder Nat oder Hartley) Information trägt ein Zeichen im Durchschnitt? Claude Shannon führte diesen Begriff 1948 als Grundlage der Informationstheorie ein. Seither ist er unverzichtbar in der Datenkompression, der Kryptographie und dem maschinellen Lernen.
Die Entropieformel
Für eine Quelle, die Symbole aus einem Alphabet der Größe ausgibt, wobei Symbol mit Wahrscheinlichkeit auftritt, ist die Shannon-Entropie definiert als:
Die Basis des Logarithmus bestimmt die Einheit: Basis 2 liefert Bit, Basis liefert Nat, Basis 10 liefert Hartley (auch Ban oder Dit genannt).
Rechenbeispiel — „hello"
Der String „hello" enthält fünf Zeichen: h, e, l, l, o. Die Häufigkeiten der einzelnen Zeichen:
| Zeichen | Anzahl | Wahrscheinlichkeit |
|---|---|---|
| h | 1 | 1/5 = 0,2 |
| e | 1 | 1/5 = 0,2 |
| l | 2 | 2/5 = 0,4 |
| o | 1 | 1/5 = 0,2 |
Einsetzen in die Formel mit Basis 2 (Bit):
H=−(3×0,2×log20,2+0,4×log20,4)=−(3×0,2×(−2,3219)+0,4×(−1,3219))≈1,9219 Bit pro SymbolDie Gesamtentropie des Strings beträgt Bit. Das ist die theoretische Mindestanzahl an Bit, die benötigt wird, um „hello" mit einem optimalen Code für genau diese Häufigkeitsverteilung verlustfrei zu codieren.
Warum die Formel funktioniert
Jeder Summand gibt den Beitrag von Symbol zur Gesamtunsicherheit an. Seltene Symbole (kleines ) überraschen stark und tragen viel Information — ihr Auftreten ist wenig wahrscheinlich. Häufige Symbole (großes ) sind erwartbar und liefern wenig Information.
Shannon zeigte, dass die Entropie die einzige Funktion ist, die drei intuitive Axiome erfüllt: Sie ist stetig in den Wahrscheinlichkeiten, wird durch eine Gleichverteilung maximiert, und das Hinzufügen eines Symbols mit Wahrscheinlichkeit 1 ändert sie nicht. Diese drei Bedingungen legen als einzig korrektes Maß für den mittleren Informationsgehalt fest.
Maximale und minimale Entropie
Für eine Quelle mit verschiedenen Symbolen gilt:
- Maximale Entropie: Bit pro Symbol, erreicht bei Gleichverteilung aller Symbole.
- Minimale Entropie: , erreicht wenn ein Symbol mit Wahrscheinlichkeit 1 auftritt (keine Ungewissheit).
Realer Fließtext liegt weit unter dem theoretischen Maximum: Typisches Deutsch kommt auf etwa 1,3 bis 1,6 Bit pro Buchstabe, obwohl das Alphabet 26 Buchstaben umfasst ( Bit wären möglich). Der Grund liegt in den stark ungleich verteilten Buchstabenhäufigkeiten — das „e" ist im Deutschen der mit Abstand häufigste Buchstabe — und in den ausgeprägten statistischen Abhängigkeiten zwischen aufeinanderfolgenden Buchstaben.
Entropie und Datenkompression
Shannons Quellencodierungstheorem beweist, dass kein verlustfreies Kompressionsverfahren eine Nachricht auf weniger Bit pro Symbol komprimieren kann als ihre Entropie. Die Entropie ist daher eine harte untere Schranke für die erreichbare Dateigröße.
Dieser Zusammenhang erklärt mehrere praktische Beobachtungen:
- Dateien mit vielen Wiederholungen (z. B. Protokolldateien mit gleichartigen Zeilen) lassen sich stark verkleinern — ihre Entropie ist gering.
- Echte Zufallsdaten oder bereits verschlüsselte Daten befinden sich an ihrer Entropiegrenze und können nicht weiter komprimiert werden.
- Kompressionsverfahren wie Huffman-Codierung und arithmetische Codierung nähern sich der Entropieschranke an. Die Huffman-Codierung ist dabei garantiert: Sie verwendet höchstens ein Bit pro Symbol mehr als die theoretische Untergrenze.
Bezug zur Passwortsicherheit
Passwort-Entropie, wie sie in der Sicherheitsanalyse verwendet wird, ist ein verwandtes, aber eigenständiges Konzept. Sie misst die Ungewissheit aus der Perspektive eines Angreifers, unter der Annahme, dass das Passwort gleichmäßig zufällig aus einem Zeichenvorrat gezogen wird. Die Formel lautet , wobei die Passwortlänge und die Größe des Zeichenvorrats ist.
Die Shannon-Entropie eines konkreten Passworts — wie dieser Rechner sie ermittelt — misst hingegen die Häufigkeitsverteilung der Zeichen in genau diesem String. Ein Passwort wie „aaaa" hat Shannon-Entropie null, ist aber trotzdem vier Zeichen lang. Für die Bewertung der Passwortsicherheit ist der Passwort-Entropie-Rechner der geeignete Ausgangspunkt, da er den tatsächlichen Suchraum eines Angreifers modelliert.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was bedeutet hohe Entropie?
Hohe Entropie bedeutet, dass die Symbolhäufigkeiten annähernd gleichmäßig verteilt sind — jedes Zeichen kommt mit ähnlicher Wahrscheinlichkeit vor, weshalb jedes einzelne Zeichen viel Information trägt. Ein vollständig zufälliger String aus 256 verschiedenen ASCII-Zeichen besitzt maximale Entropie (8 Bit pro Zeichen), weil frühere Zeichen keinerlei Rückschluss auf das nächste erlauben.
Niedrige Entropie hingegen kennzeichnet eine schiefe Verteilung — einzelne Zeichen dominieren und machen den String vorhersehbar. „aaaa" hat null Entropie, weil jedes Zeichen mit Sicherheit bekannt ist.
Wie groß ist die maximale Entropie bei N verschiedenen Symbolen?
Die maximale Shannon-Entropie einer Quelle mit N verschiedenen Symbolen beträgt log₂(N) Bit pro Symbol. Dieses Maximum wird genau dann erreicht, wenn alle N Symbole mit gleicher Wahrscheinlichkeit auftreten (Gleichverteilung).
Beispiele: Ein Binärstring (N = 2) überträgt höchstens 1 Bit pro Symbol. Ein String aus dem vollständigen deutschen Alphabet mit 26 Buchstaben (N = 26) kann bis zu log₂(26) ≈ 4,7 Bit pro Symbol tragen. Realer Fließtext liegt deutlich darunter — typisches Deutsch liegt bei etwa 1,3 bis 1,6 Bit pro Buchstabe — weil Buchstaben- und Silbenhäufigkeiten stark ungleich verteilt sind und starke statistische Abhängigkeiten zwischen benachbarten Buchstaben bestehen.
Welcher Zusammenhang besteht zwischen Entropie und Datenkompression?
Shannons Quellencodierungstheorem besagt, dass kein verlustfreies Kompressionsverfahren eine Folge auf weniger Bit pro Symbol komprimieren kann als ihre Entropie. Die Entropie ist damit eine theoretische untere Schranke für die erreichbare Dateigröße.
Ein String mit Entropie H Bit pro Symbol kann im Prinzip auf H Bit pro Symbol komprimiert werden, aber nicht weiter. Deshalb lassen sich Dateien mit vielen Wiederholungen (z. B. Protokolldateien mit gleichartigen Zeilen) gut komprimieren — ihre Entropie ist gering. Echte Zufallsdaten oder bereits verschlüsselte Daten hingegen befinden sich bereits an ihrer Entropiegrenze und lassen sich nicht mehr sinnvoll verkleinern.
Was ist der Unterschied zwischen Bit, Nat und Hartley?
Alle drei messen dieselbe Größe — den Informationsgehalt — mit unterschiedlichen Logarithmusbasen:
- Bit (Basis 2): die natürliche Einheit für binäre Systeme. Ein Bit entspricht dem Informationsgehalt eines fairen Münzwurfs.
- Nat (Basis e ≈ 2,718): bevorzugte Einheit in der informationstheoretischen Mathematik und statistischen Mechanik, weil der natürliche Logarithmus viele Formeln vereinfacht.
- Hartley (Basis 10): auch Ban oder Dit genannt. Ein Hartley entspricht dem Informationsgehalt einer Wahl aus zehn gleich wahrscheinlichen Ergebnissen.
Umrechnungen: 1 Hartley ≈ 3,322 Bit ≈ 2,303 Nat.